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Die Tübinger Test-Strategie

Willkommen auf der Website zur „Tübinger Teststrategie“

Diese Website dient als Informationsquelle und Anlaufstelle für alle Informationen rund um die Tübinger Teststrategie. Die Tübinger Teststrategie soll in Zeiten der Corona Pandemie ein soziales und wirtschaftliches Leben ermöglichen und zugleich die Risikogruppen – insbesondere ältere Menschen sowie Menschen in Pflegeeinrichtungen – effektiv schützen. Initiatorin ist die Tübinger Ärztin Dr. Lisa Federle. Neben dem tatkräftigen Einsatz ist Dr. Federle auch das Sprachrohr des „Tübinger Wegs“. Durch ihren pragmatischen, erfolgreichen Ansatz ist sie bei den Medien und in der Politik als Ansprechpartnerin sehr gefragt. Durch die zunehmende Medienpräsenz wird sie von vielen Seiten, insbesondere Kommunen, Einrichtungen und Privatpersonen mit Anfragen überhäuft, die sich oftmals nicht nur auf die Tübinger Teststrategie beziehen, sondern sich regelmäßig auch zu anderen Themen rund um die „Corona-Pandemie“ ausweiten. Diese Website soll Antworten auf die häufigsten Fragen bieten. Sie ist derzeit noch im Aufbau, wird aber laufend erweitert und aktualisiert. Daher sind noch nicht alle Inhalte abrufbar.

Die Website bietet allen Interessierten die wichtigsten Informationen auf einen Blick: Sie liefert „Bedienungsanleitungen“ (in Video sowie Text mit Bild), wie Privatpersonen selbst Schnelltests durchführen können. Sie liefert eine Terminübersicht über Tage und Orte, an denen sich Personen testen lassen können. Sie animiert Unterstützer zu Spenden. Sie zeigt die Einsatzmöglichkeiten als freiwillige Helfer auf. Die Website gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Tübinger Weg. Sie liefert eine „Bedienungsanleitung“, welche Mittel, Infrastruktur und Maßnahmen notwendig sind, um den Tübinger Weg auch in anderen Städten umzusetzen. Sie sammelt die Medienauftritte mit Links zu den Aufzeichnungen der TV-Auftritte von Dr. Lisa Federle und ermöglicht einen schnellen Überblick über alle medialen Aktivitäten.

Die Stufen der Tübinger Teststrategie

Alle Heime wurden durch einen Aufruf in der örtlichen Tageszeitung hingewiesen, dass kostenlose Antigenschnelltests zur Verfügung stehen um die Besucher*innen der Bewohner*innen zu testen. (Die Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen wurden schon vorher getestet. Die dafür notwendigen Tests werden von der Stadt Tübingen bezahlt und nur in den Heimen der Stadt durchgeführt.)

Innerhalb von 3 Wochen waren 80 % der Heime im Landkreis mit den ersten Tests versorgt und die Fachkräfte durch Ärzte und Pflegekräfte angeleitet.

Die Anschubfinanzierung wurde von der Präsidentin des DRK-Kreisverbands, Frau Dr. Federle, durch Zuwendungen von verschiedenen Kommunen und Unternehmer*innen erbracht. Damit konnte, bevor das Bundesgesundheitsministerium eine Finanzierung von Schnelltests sicherstellte, sehr frühzeitig eine Testung der Besucher*innen vorgenommen werden. Als Nebeneffekt konnte auch bei Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Tübingen, vereinzelte Ausbrüche von Infektionen bei Mitarbeiter*innen eingedämmt werden, denn im Landkreis wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht standardmäßig getestet.

Im Herbst kam die Idee zum Tragen, dass die Besucher*innen von älteren Menschen und die pflegenden Angehörigen den Virus nicht zu ihren vulnerablen Verwandten tragen sollen und diese Risikogruppen durch einen Schnelltest davon Kenntnis erlangen sollen, ob ihr Besuch ein Risiko darstellt.

Zum Glück hat die Präsidentin des DRK ein Arztmobil – ein umgebautes Wohnmobil – zur Verfügung, das bereits in der Flüchtlingskrise nach 2015 für die ärztliche Versorgung von Migrant*innen eingesetzt wurde und über Spenden finanziert worden ist. Mit diesem Arztmobil wurden schon seit Beginn der Pandemie Tests in den Pflegeheimen und an mobilen Standorten durchgeführt. Dieses Arztmobil wird jetzt auch für die mobile Testung der Angehörigen von Pflegebedürftigen eingesetzt, sowie bei Menschen, die viel Kontakt zu anderen Personen haben oder einfach andere besuchen wollen.

Für die regelmäßigen Schnelltests kaufte das DRK diese Tests auf eigene Rechnung. Gleichzeitig konnte aber die örtliche Tageszeitung (das Schwäbische Tagblatt) dazu gewonnen werden, ihre jährliche Weihnachtsspendenaktion auch für diese Tests auszuschreiben. Die Reaktion war sensationell. Zusammen mit den Spenden, die die Empfänger*innen freiwillig beim Test bezahlen, konnte soviel Geld eingesammelt werden, dass die Kosten der Tests mehr als gedeckt werden konnten.

Seit 26.11.2020 finden die Tests auf dem Tübinger Marktplatz statt. In Tübingen wird an 4 Tagen getestet, im Landkreis Tübingen an zwei Tagen getestet.

Die Nachfrage bei den Menschen ist riesig, vor Weihnachten wurden bis zu 400 Menschen an einem Tag getestet, die Schlangen vor der Teststation waren bis zu 1000 m lang. Die Testtermine wurden auf zwei Stunden festgelegt, nach Weihnachten wurde die Zeitdauer jetzt auf eine Stunde reduziert, da die Nachfrage aktuell nur noch bei ca. 100 bis 150 Personen liegt.

Wie ist die Organisation in Tübingen geregelt?

Der Standort des Arztmobils wird durch die jeweiligen Kommunen festgelegt. Die Orte müssen frei zugänglich sein, leicht zu erreichen und die Einhaltung der Abstandsregeln auch bei hohem Besuch gewährleisten. Parkplätze in der Nähe sind sehr hilfreich.

Die Werbung über die Zeiten und die Orte der Testung läuft über eine sehr umfangreiche Presseberichterstattung des Schwäbischen Tagblatts. Die Zeiten und Orte wurden immer beibehalten, damit sich diese auch bei den Menschen einprägen.

Die Plakate für die Aktion werden von Dieter Thomas Kuhn und Philipp Feldtkeller entwickelt. Die Verteilung wird in ehrenamtlicher Arbeit geschultert.

Das Testteam unter der Leitung von Frau Dr. Federle besteht aus Ehrenamtlichen des DRK Kreisverbands Tübingen, des Kreisseniorenrats und sonstiger Ehrenamtlichen, die von der Aktion begeistert sind und tatkräftig mithelfen. Dazu gehört auch Dieter Thomas Kuhn einschließlich Familienmitgliedern. So können die vielen Testungen an den fünf Tagen in der Woche gut bewältigt werden.

Nachdem die Auswertung der Tests im Arztmobil vorgenommen werden kann, braucht es – trotz teilweise eisiger Kälte, die mit Heizstrahlern abgemildert wird – keine große Ausstattung. Die mobile Praxis besteht aus einigen Gartenstühlen und Bistrotischen, die im Freien stehen um eine Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Eine Überdachung in Form von Markisen und Schirmen wird gestellt. Es wird strikt auf die Abstandsregeln geachtet und die Warteschlangen werden entsprechend dirigiert.

Der Selbstschutz der Ehrenamtlichen steht an erster Stelle. Die Tests werden mit Sehbrille und Maske, Kitteln, Haarschutz und Handschuhen durchgeführt. Desinfektionsmittel werden wie die Handschuhe in großen Mengen verbraucht.

Die Organisation ist sehr einfach. Der Dienstplan wird über eine Whatsapp-Gruppe und eine einfache mobile Anwendung erstellt.

Da sich die Testwilligen sich nicht vorher anmelden müssen, werden als erstes Namen und Ort aufgeschrieben. Jeder erhielt eine Nummer, die dann für die weitere Bearbeitung der Tests verwendet wird. Außerdem werden großzügig FFP-2 Masken verteilt. Abstandhaltend werden die Tests nacheinander durchgeführt. Nach 20 bis 30 Minuten liegt das Ergebnis vor, die getesteten Personen werden mit ihrer Nummer identifiziert und über das Ergebnis informiert.

Die Testungen werden i.d.R. durch zwei Fachkräfte abgenommen. Diese testen 90 Personen in einer Stunde. Bei hohem Aufkommen wird die Zahl der Tester*innen entsprechend erhöht. Für die Auswertung der Tests werden ein bis zwei Personen benötigt, die Erfahrung bei der Auswertung von Tests haben. Bis zu drei Ehrenamtliche werden benötigt, um die Anmeldung und die sonstigen Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Dazu gehört auch die Übermittlung der Ergebnisse an die getesteten Menschen. Positiv getestete Menschen werden von einer Ärztin oder pflegerischen Fachkräften über die weiteren notwendigen Schritte belehrt.

Wer eine Bescheinigung über die negative Testung benötigt, bekommt eine Bescheinigung, die dann beim Besuch in Kliniken und Pflegeheimen verwendet werden kann.

Positiv getestete Personen bekommen auf jeden Fall bei der Belehrung eine Bescheinigung, die sie bei den PCR-Tests vorweisen können. Alle positiv getestete Menschen werden unverzüglich dem Gesundheitsamt gemeldet und fließen auch in die täglichen Zahlen der Infektionen des Amtes mit ein.

Zur Weiterentwicklung des Test-Verfahrens werden jetzt die Tests „Panbio Nasal” von der Fa. Abbott eingesetzt. Diese haben den Vorteil, dass sie auch von Nichtfachkräften durchgeführt werden können. Ideal ist der Einsatz für Lehrer*innen, Erzieher*innen und ältere Schüler*innen. Dadurch kann ein hoher Schutz vor dem Virus einfach erreicht werden und ein Unterricht wieder ermöglicht werden, vorausgesetzt, die A-H-A-L-Regeln werden weiterhin befolgt. Weiterhin ist dadurch ein Überblick über das Infektionsgeschehen und dessen Entwicklung möglich.

Ältere Schüler*innen können diesen Test selbst machen, bei jüngeren Schüler*innen ist der Einsatz von ehrenamtlichen Helfer*innen möglich. Sollten Schulen nicht in der Lage sein, die regelmäßige Testung zu organisieren, besteht die Möglichkeit, dies zwei- bis dreimal wöchentlich in bestimmten Zeitfenstern  beim Arztmobil durchzuführen.

Die Pflege- und Altenheime können ihre Besucher auch zum Arztmobil schicken, so sie kostenlos und ohne Anmeldung getestet werden und eine Bescheinigung über das negative Testergebnis ausgestellt bekommen.

Diese Teststrategie sollte auch auf andere Berufsgruppen, die in engem, beruflich bedingten Kontakt zu möglicherweiser Infizierten stehen (Polizei, Verkaufspersonal etc.) ausgedehnt werden.

Bei Ausweitung dieser Testungen können sowohl ein besserer Überblick über das Infektionsgeschehen als auch Erkenntnisse über berufs – und personenbezogene Infektionsrisiken gewonnen werden.

 

Der positive Eindämmungseffekt der Testung kann nur dann eintreten, wenn Bürger den Test regelmäßig, kostenlos und ohne Anmeldung oder langwierige Registrierungsverfahren an möglichst leicht zugänglichen Orten bekommen können.

Auch Testzentren werden entlastet, wenn kein Fachpersonal mehr für diese Tests eingesetzt werden muss. Ehrenamtliche können nach Einweisung diese Tests selbständig durchführen.

Insgesamt kann die öffentliche Testung sehr einfach durchgeführt werden. Wer kein Arztmobil hat, kann dies mit einem öffentlichen Raum kompensieren, in dem die Testungen ausgewertet werden, ansonsten ist das Modell übertragbar. Dazu bedarf es nur einer Institution, die die Tests vorfinanziert, mit Spenden und/oder öffentlichen Mittel sind die Testungen dann gegen zu finanzieren.

Das hohe Engagement der beteiligten Ehrenamtlichen kann sich auf einer sehr starken Anerkennung in der Bevölkerung stützen, was sich in vielerlei Unterstützung, verbal, in tatsächlicher Hilfestellung und finanzieller Zuwendung ausdrückt.

Zusammen mit den anderen Modulen der als Tübinger Weg bekannt gewordenen Strategie zur Eindämmung der Pandemie hat dies zu einer vergleichsweise niedrigen Auslastung der Klinikbetten geführt und derzeit auch zu einer im Bundesdurchschnitt geringeren Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen. Der Landkreis Tübingen ist derzeit nicht als Risikogebiet einzustufen, da der Wert unter 50 liegt.

Angesichts der erschreckend hohen Zahlen an Opfern gerade unter den Bewohner*innen der Heime und unter den Hochaltrigen ist der strikte Schutz dieser Gruppe das oberste Ziel der Pandemiebekämpfung. Dazu arbeiten in Tübingen alle Beteiligten eng zusammen, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehört eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, eine frühzeitige Verteilung von Masken für die über 65-jährigen, die vergünstigte Benutzung von Anrufsammeltaxis und aktuell die anlaufende Unterstützung von Impfwilligen, die aus eigener Kraft die Impfzentren nicht erreichen können.

Diese Anstrengungen werden in Tübingen solange fortgesetzt, bis die Pandemie dauerhaft eingedämmt ist und ein „normales“ Leben wieder möglich ist.

Testen lassen - Anderen helfen

Vielen Dank!

Diese Unternehmen ermöglichen die Erstellung der Website, die Einrichtung der Sozialen Medien sowie deren ständige Aktualisierung.
Vielen Dank, dass Sie die Arbeit der Tübinger Teststrategie unterstützen.

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